2014

“Orden

Ein buntes Bild fränkischer Fasenacht

Die Schwarze Elf brilliert in ihrem Jubiläumsjahr

SCHWEINFURT · „`s wird immer schönner!“ ist das Sessionsmotto der Schwarzen Elf in diesem Jahr überschrieben. Kaum glaubhaft, aber doch wahr, das gebotene war noch schöner als 2013, die Narren der Kolping Familie setzen in ihrem 60. Vereinsjahr neue Akzente in der Fränkischen Fasenacht.



Eine Dame, die daran großen Anteil hat ist Ingrid Klier. Dies unterstreicht der Prolog wo venezianische Masken und Schalksnarr unter dem Titel: „Die Geburt der Narren“ um die Gunst des Publikum wetteifern. Es folgt der traditionelle Einzug von Elferrat und Stadtpfeiffern. Traditionell steigt auch der Hausmeister der Stadthalle, Helmuth Backhaus in die Bütt. Neu dagegen, diesmal mit Unterstützung von Tochter Jule. Das Wahljahr 2013, der Berliner Großflughafen und die GroKo stehen im Mittelpunkt seines heiter, ironischen Jahresrückblick. Das Spiegelbild für politische, aber auch kirchliche Doppelzüngigkeit, das hält Peter Kuhn diesmal in seiner beruflichen Rolle, als Erzieher, den Großen der Welt vor das Gesicht. Das Publikum im Saal, seine Kiga-Kinder, soll einmal anders werden als die Puppenmutter Angela, der Philipp und sein Brüderle oder der schreigewaltige Horst. Kuhn gelingt erneut ein Meisterwerk der „verpackten Worte“.

Als „Bufdi“ Bundes-Freiwilligen-Dienstangehöriger kommt Jonas Paul auf die Bühne. Er, der „ehr Furcht“ vor alten Leuten hat verbindet Wortwitz mit schmissigen Gesangseinlagen auf hohem Niveau. Von Jonas Paul zu Doris Paul, sie verrät Glühwein- und Eierpunsch beschwingt warum die „Weihnachtsmarktgegnerin“ zum „Weihnachtsmarktfan“ wird. Augenzwinkernd nimmt sie auch noch der Deutschen Weihnachtsschmuck-Wahn auf das Korn. Bleibt als, beileibe nicht letzter, Fabian Wahler in de Regie der Büttenredner. Als Bürgermeisterkandidat der A.F.F.E.N-Partei schlüpft er in eine Paraderolle. Besoldung nach A16, Dienstwagen und drei Sekretärinnen, sind die Gründe für seinen politischen Aufstieg in Niedernbach.

Bleiben wir in der Bütt, wo Stasi und Blasi (Ludwig Paul und Adi Schön) wieder Lokalkolorit auf die Schippe nehmen, Von der Haussprengung in der Jägerstraße über Zeughausumbau, Landesausstellung oder die zu hoch gehängten Pissbecken in der Schillerschule reicht ihr Spektrum der Schweinfurter Fettnäpfchen, die sie humorvoll verpacken. Einen erstklassigen Sketch bringt das Dreigestirn Bettina Niedermeyer, Manfred Göbel und Thomas Spath auf die Bühne. Meisterhaft gesetzte Pointen gepaart mit eindrucksvoller Mimik, der Applaus gehört ihnen.

Applaus gewöhnt, das sind die Mitglieder der Turn- und Tanzgruppe. Ob beim Eintauchen unter dem Meer oder der musikalischen Weltreise, jeder Auftritt endet mit begeisternden Zugaberufen aus dem Publikum. Kostüme, Tanz, Akrobatik und turnerische Highlights, die weit über 100 Mitglieder umfassende Gruppe ist eines der großen Aushängeschilder der Schwarzen Elf.

Bleiben noch „Das Narrenschiff“ von Kapitän „Schrottino“. Auch hier ergänzen sich Gesangsstücke und Sketche, das Männerballett, deren Tänzer als süße Teilchen zu Songs wie „Lolloi Pop“ über die Bühne „fegen“ sowie die „Rausschmeißer“ , Die „Sunnyboys vom Backersee.“ Fazit nach gut viereinhalb Stunden, „noch schönner“ wird schwer. Außer vielleicht bei der Bewirtung. Aber dafür ist ja nicht die Schwarze Elf zuständig.

© eva Quelle: sonntagsAnzeiger