“Orden

1961

Aus allen Rohren wurde scharf geschossen

Glanzvolle Premiere des „zweiten Fernsehprogramms“ - Verantwortlich zeichnete: Die „Schwarze Elf“

Worüber sich Bund, Länder und Gemeinden immer noch stritten, hatte die Schwarze Elf längst auf die Beine gebracht:

Das Zweite Fernsehprogramm der Schwarzen Elf: Ein Vier-Stunden-Programm auf Kanal 11. Als Intendant fungierte Sitzungspräsident Herbert Heidrich in Begleitung seines zehnköpfigen Programmdirektoriums.

Eröffnung durch die Tagesschau, serviert vom Chef des Protokolls, Erich Roos.

Für den Werbefunk verantwortlich: Die „Wernspatzen“. Sie priesen die neuesten Erzeugnisse der bundesdeutschen Wirtschaft u.a. die neue Zigarette „Peter Räuberbrand“.

„Bundeswehrsoldat“ Rainer Stütz plauderte aus dem „Grab der Jugend“.

In einem Exklusivbericht schilderte Peter Lehmann das Leben als „Oberkellner im Wartesaal“.

„Blickpunkt Ausland" war das Motto der singenden Fernsehreporter Otto Haupt und Kurt Schäfer.

Walter Zänglein hüpfte als „Wetterfrosch“ auf die Bühne und betrachtete die Welt im allgemeinen und den Menschen im besonderen aus der Froschperspektive.

Ebenfalls im Programm: Ein Vertreter der Sozialistischen Sowjetrepublik Professor Iljuschin (Alfred Godzik) und sein Adjutant lwan lwanowitsch (Herbert Heidrich).

Herausragend, ein Interview, das die beiden Genossen zwei Journalistinnen (Gisela Lehmann und Gisi Leilich) gewähren.

Als Spitzensportler und Wunderläufer kam im „Sportfunk“ eichenlaubbekränzt Philipp Müller zu Wort.

Im Feuilleton schilderte die kultursachverständige „Frau Klemke“ ihre Erlebnisse auf einer Sommerreise.

Zu guter Letzt: „Stasi und Blasi“ mit Berichten über das lokale Stadtgeschehen. Sie stellten u.a. fest, dass der Theaterneubau wie eine Sprungschanze aussehen würde, damit der Kulturverein große Sprünge machen könne.

Sitzungskapelle: Kapelle Karl-Heinz Pfoh


MIT SPITZER FEDER ging ich in die Sitzung der „Scharzen Elf“. Ich brauchte aber nichts aufzuspießen, das besorgten meine Kollegen in der Bütt. Eine Pointe will ich aber doch verraten: Hat sich jemand eine Isetta gekauft. Ach so ein Adventsauto, meinte der andere. Wieso denn dieser eigentümliche Name? Ganz klar macht hoch die Tür.

FRITZLE