“Orden

1959

Faschingscocktail - meisterhaft gemixt

Protokollchef Günter Ühlein blickte auf das vergangene Jahr zurück.

Die „Wernspatzen“ (Walter Zänglein, Ingrid Heckner, Gertrud und Kurt Bausenwein, Rita Grätz und Konrad Helfrich) glossierten das „größte deutsche Gegenwartsproblem“, die Freizeit: „Ohne Hobby ist heute kein Mensch mehr was wert“.

Erich Roos proklamierte in geistreichen Reimen den Fortschritt auf allen Gebieten. Sein Trinkspruch: „Früher war's Milch, heut ist es Wein, denn Fortschritt muss sein“.

Das „Czardas-Trio“ entwickelte sich zu einer der Attraktionen der Schwarzen 11.

Waltraud Dietz, ein Küken in der Bütt, wünschte sich ohne Scheu „einen Moo, mit einem Schnorrle dro“.

Philipp Müller hatte als „Bundeskoch“ aus Bonn „Schröckliches“ zu berichten. Dort wird was „zammgebraut, aber die Köch machen sich gar nichts draus. Die Supp'n löffeln ja die andern aus“. Köstlicher, fränkischer Humor, zielsicher vorgetragen.

Alfred Godzik und Herbert Heidrich als russischer Professor und sein Sekretär verfochten die These, dass alle Länder der Erde russischen Ursprungs sind. Der letzte tätige Vulkan Europas sei Nikita Chrustschow. „Wenn der ausbricht, zittert die Welt“.

Günter Ühlein war „zu Besuch in Bonn“. Er entdeckte dort allerlei Gerüche, die aus „verkilbten“ Türen drangen.

Walter Zänglein und Philipp Müller entdeckten als „Stasi und Blasi“, dass die Buchstaben „DB“ am Bahnhof nicht „Doofe Birn“ heißen, sondern „Durchgangs-Baracke“.

Das Hobby oder Steckenpferd brachte dem „Steckenpferd-Reiter“ Walter Zänglein genügend Stoff für seine heiter-ironischen Betrachtungen. Überzeugend seine Mimik, wenn er vor dem Fernseher sitzt und „glotzt und stiert, wenns gleich hinten sehr pressiert“.