2012

“Orden

„Er ist der Beste, ein Genie“


Peter Kuhn ist der 8. Preisträger des Burgkunstadter Goldenen Schuhs

BURGKUNSTADT · Er hat den Till von Franken, ist Ritter der spitzen Zunge und des geschliffenen Wortes, ist Träger des Narrenbrunnenpreis – jetzt ist dem Büttenrednerstar der Schwarzen Elf und der Sendung „Fasching in Franken“, Peter Kuhn, mit dem goldenen Schuh ein weiterer, Preis, verliehen worden. Nur wenige Tage vor seinem ersten offiziellen Auftritt in die Bütt der Schwarzen Elf in Schweinfurt hat er den Preis von der Burgkunstadter Faschingsgesellschaft MCC Mainleus im Rahmen ihrer diesjährigen Prunksitzung verliehen bekommen. Burgkunstadt, erinnert mit dem Sonderorden an seine ehemals goldene Vergangenheit als Schuhmanufakturstandort; heute erhalten Künstler, die sich für die fränkische Fastnacht „die Haken ablaufen“ den goldenen Schuh. Erfunden hat ihn der rührige Faschingspräsident des MCC Wolfgang Hartmann.

Michl Müller, Klaus Karl Kraus, Norbert Neugierig und Pierre Ruby waren unter anderem unter den sieben vorherigen Preisträgern. „Er ist ein Künstler und ein Akrobat mit spitzen Worten; jemand, der Wörter so verdreht, dass Witz und Sinn sich vereinen“, lobte Laudator Franz Besold den 49-Jährigen. „Er ist der Beste, ein Genie und hat ein großes Stück von Ludwig Erhard“, meinte Besold. Peter Kuhn gab sich angesichts des vielen Lobs irritiert: „Bin ich jetzt alt? Sterbe ich bald? Es ist erschreckend dass ich in letzter Zeit mit so vielen Auszeichnungen überhäuft werde?“ In seiner Dankrede freute sich Kuhn aber, dass seine oft als kompliziert empfundenen Büttenredner beim Publikum auf so rege Begeisterung stoßen, wo doch „in der Fastnacht oft auf unterstes Niveau gesetzt wird.“ Den Einspruch aus dem Publikum von Seiten einer Delegation aus dem Rheinland konterte Kuhn elegant: „Wo kommen sie her? Ach, aus Köln. Köln wollte ich nicht explizit erwähnen, habe aber daran gedacht.“ Die Karten für die neun Sitzungen der Schwarzen Elf sind seit Wochen restlos ausverkauft.

© Christopher Richter