2009

“Orden

Das Tagebuch der Lokalredaktion: Dank Krise Zeit für den Fasching

Schweinfurt · Reden wir über das Wetter. Über was auch sonst - nach eineinhalb Wochen des neuen Jahres. Die Kommunalpolitiker pflegen sich im Winterschlaf. Geehrt wurden allenthalben bereits alle, egal ob für zweiwöchige Mitgliedschaft oder noch längere Treue zum Verein. Und auf wen das nicht zutraf, der bekam halt bei den Weihnachtsfeiern im Dezember ein Schokoabbild des Nikolaus vom Mann im roten Mantel für irgendein Engagement überreicht.

Aber jetzt ist Schluss mit dem Baumeln von Tag zu Tag. Gestern haben die Narren das Rathaus gestürmt. Der Ernst der fünften Jahreszeit beginnt. Ab sofort fliegen wieder die Röcke der Tanzmariechen, leider auch die der unvermeidlichen Männerballetts. Und geschliffen wird an so mancher Rede, die verantwortliche Präsidenten lieber schleifen sollten.

Doch was bleibt dem Schweinfurter übrig - gleich drei Faschingsgesellschaften in der Stadt, Hunderte von Mitgliedern jeweils, da kann man sich nicht abseilen, da kennt man irgendwen, der darauf wartet, dass man im Saal sitzt und klatscht. Doch der Schweinfurter hat Schwein. In Sachen Sitzungskarneval gehört die Schwarze Elf weit und bundesbreit zur allerersten Garnitur, die Antöner und die ESKAGE stehen nicht weit dahinter, versuchen ebenfalls, über fünf Stunden die Ermüdung des Sitzfleisches durch Tiefsinniges bis hin zum Kalauer vergessen zu lassen.

Da muss der Schweinfurter halt hin! Oder will man etwa nicht nach dem Wochenende rühmen, wie toll einer der beiden Kuhns gewesen ist, wie andere gelangweilt haben?

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Quelle: Volkszeitung Schweinfurt