2005

“Orden

In der Stadthalle werd's scho widda

Schweinfurt (05.01.2005) Noch ziert Weihnachtsschmuck Straßen und Geschäfte, stehen die Christbäume in den Wohnstuben. Gleichwohl ist schon Fasching angesagt, weil in fünf Wochen bereits Aschermittwoch ist. Am Dreikönigstag haben die Kolpingnarren Generalprobe in der Stadthalle. Am Freitag laden sie zur ersten von insgesamt neun Sitzungen ein.

"S wird scho widda wern", heißt diesmal das Motto der "Schwarzen Elf". Seit 1967 hält sie ihre Veranstaltungen traditionell in der Stadthalle. Seit Montag dieser Woche ist dort ihre Pionierabteilung unter der Leitung von Gesellschaftspräsident Georg Hümpfer wieder mit der Dekoration und technischen Installation beschäftigt. "Kein Problem, wir wissen, was wo hingehört", sagt Chef-Dekorateur Hans-Jürgen Runge. Wie die meisten aus dem rund 30-köpfigen Aufbau-Team ist er mittlerweile Pensionist. Andere, wie Sparkassendirektor Jürgen Riese, nehmen sich gern Urlaub für diese Arbeit. "Weil wir", so der ehemalige Stadtrat und passionierte Elektriker Bruno Wawrzik, "einen aktiven Beitrag zur Attraktivität der Schwarzen Elf leisten wollen".

Beigetragen hat auch die Brauerei Roth, indem sie ihren großen Laster zum Transport der aufwändigen, im Keller des Kolpinghauses eingelagerten Ausstattung mit den einigen tausend Lampen zur Verfügung stellte. Diese ist einen fünfstelligen Eurobetrag wert. Weil die Lautsprecheranlage in der Stadthalle nicht mehr viel hergibt, bringt die Kolping-Elf ihre eigene Akustik mit. 120 Aktive werden in dem viereinhalb bis fünfstündigen Programm mitwirken, dazu diverse Gast-Garden. "Es ging", antwortet Ingrid Hümpfer zu "ihrem Stress". Sie hat wieder fleißig an den neuen Kostümen genäht. "Wir machen alles selbst", betont ihr Mann Georg, "Mitmachen machen Spaß", Banker Riese.

Die Vorstellungen beginnen am Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr, am Sonntag um 18 Uhr. Karten gibt es noch; alle Vorbestellungen werden über Tel. 45 986 abgewickelt.

Wie berichtet, hat das AFZ die Stadthalle übernommen. Der neue Hausherr verlangt der Schwarzen Elf fast 50 Prozent mehr Miete ab und ist auch für die Bewirtschaftung der Stadthalle zuständig. Das macht seine Personal-Service GmbH. Welche nichts mit dem eingetragenen Verein AFZ zu tun habe und zudem keine Leute beschäftige, die an Ausbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen, betont Dieter Bauer, im AFZ zuständig für den Hotel- und Gaststättenbereich.

Das AFZ, berichtet Bauer, habe bereits einiges investiert. Die Küche sei modernisiert, ein Pizza-Ofen, eine Spülmaschine und ein Heißluftofen angeschafft worden. Dem Brauhaus sei eine neue Theke im Restaurant (erster Stock) zu verdanken. Dort würden die Räumlichkeiten freundlicher gestaltet. Zwischen 15 und 20 Leute will Bauer in Service und Küche beschäftigen. Aus dieser soll vor allem Selbstgemachtes kommen, Suppen, Schnitzel, Gulasch und Braten sowie Salatteller mit Fisch und Geflügel. "Speziell für die Damen, die auch im Fasching auf ihre Linie achten". Das AFZ, sagt Bauer, wolle etwas bieten und auf sich aufmerksam machen. Das Geschäft Stadthalle lasse sich im übrigen gut an.

Manfred Kraus
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt vom 05.01.2005