2005

“Orden

Humorvolle Unterhaltung und bissige Texte

Keine Eintagsfliegen bei der Schwarzen Elf
Viele Pointen unterhalten das Publikum

Schweinfurt (eva) - „'s wird scho widder wern!“ lautete das Sessionsmotto der Schwarzen Elf. Und es ist gut geworden, das Programm der Faschingsjünger der Kolping Familie. Vier Stunden kurzweilige Unterhaltung, pointenreich, mal ironisch, mal spitzbübisch frech erwartet die Besucher der Sitzungen in der Stadthalle. Einige Karten dafür soll es noch geben, bestellen kann man sie unter der Rufnummer (09721) 45986, aber es ist Eile angesagt. Denn nach der Premieresitzung werden die Restkarten schnell weg sein.

Traditionell eröffnen die Stadtpfeifer die Sitzung. In ihrem Gefolge ziehen der Elferrat mit Präsident Ludwig Paul an der Spitze in die mit viel Liebe geschmückte Stadthalle ein. Den Auftakt in der Bütt macht Helmuth Backhaus, der diesmal als „Armer Poet“ auftritt. Weltpolitik, Landes- und Kommunalpolitik nimmt er aufs Korn. Das erste Highlight des Abends setzt Fabian Wahler. Frisch von der Leber weg schildert er seinen Auszug aus dem Elternhaus. Selbst den „Faschingskappenspießer“ treibt es Lachtränen in die Augen wenn der Youngster Pointen bringt wie: „Ein Student ohne Bude ist wie Breitenbach ohne Weihwasser“.

Dem städtischen Biomüll verschrieben hat sich Adi Schön. „Die neue wir die Alte“, kommentiert er die OB-Wahl, „hart, härter Hertlein, jetzt hat auch der FC 05 sein End“, die Situation bei den Grünn-Weißen, „in Donnersdorf gehen Nachts die Lichter aus, aber man weis ja, Donnersdorf war stets jenseits von Afrika“ den Sparwillen einer Landkreisgemeinde. Was er von manchen Mandatsträgern hält, packt er wie folgt in Worte: „Ob Stockinger oder Eck, bei uns haun sie auf die Klötz, doch sind sie erst in München drunt, da macht der Stoiber sie schon rund.“

„IBESHMHR“ ist der Vortrag von Peter Kuhn überschrieben. Wie er die Sendung; Hilfe ich bin ein Star - holt mich hier raus“ ins tägliche Leben überträgt ist ein Quotenrenner. Das im Basiscamp Bundestag der Sinn für die Wirklichkeit längst verloren gegangen ist bringt ihm genauso viel Beifall wie die neue Rolle von Rainer Calmund als Star in „Mein großer dicker peinlicher Verlobter“. Dem Muttertag verschrieben hat sich das Trio Doris Bretscher, Oliver Friedrich und Thomas Spath. Situationskomik und Kalauer wie „Heute bist Du nicht allein - heute zahlen wir Dir alles heim“ sitzen. Seine letzte Faschingskampagne in der Bütt bestreitet das Urgestein Manfred Strak. Vo „Tupperwarengeschwader“ geplagt endet er als Eventmanager im Verein und Gemeinde.

Ob Benzinpreis, Powerfrau oder TV-Zapper, die Fliegenpatschen der „Eintagsfliegen“ treffen ihre Ziele. Schmissige Melodien mit hintergründigen Texten begeistern die Besucher. Gleiches gilt für die Faschingsmuffel, die diesmal im „muffelfränkischen Gerichtshof auftreten.“ Was die „Links- und Rechtsverdreher“ mit Richter „Rhabarber Salisch“ aufführen ist einen „Freispruch auf Bewährung“ allemal wert. Höhepunkt ist dabei das „Gospeln im Gerichtssaal“.

Sportlich geht's beim Auftritt der Turn- und Tanzgruppe sowie der Kinder-Tanzgruppe auf der Bühne zu. Die Turner entführen die Besucher in die Steinzeit und das Männerballett befreit als „Schwarze Elfchen“ den Elferrat aus seinem „Affenkäfig“. Kurz nach Mitternacht sorgt der Stimmungshit des vergangen Jahres nochmals für Begeisterung bei den Besuchern. Mit dem „Holzmichl“ betreten die „Sunnyboys vom Baggersee“ die Stadthalle und leiten das große Finale ein.

Quelle: Schweinfurter Anzeiger vom 12. Januar 2005