2003

“Orden

Sind wir nicht alle ein bisschen Pisa?

Schweinfurt (Eva Landgraf) 16.11.2002. "Motzen über das Ergebnis der 'Pisa-Studie' können jetzt alle Möglichen", meinen die Kolping-Narren; - "also auch alle möglichen Älteren." Dabei seien es doch gerade die Älteren, die Eltern also, die zuerst für die Heranbildung ihrer Kinder zu sorgen hätten.

"Es ist einfach interessant, wenn man die Orden vergangener Jahre betrachtet und sofort erkennt, was damals die Leute bewegt hat", sagt Sitzungspräsident Ludwig Paul. Im Fasching 2003 greift die Schwarze Elf deshalb ein Thema auf, das seit geraumer Zeit in aller Munde ist. Scharf geschossen wird auf den verbalen Rummel um die "Pisa-Studie", ausgelöst von jenen, "die nicht kapieren, dass am Ergebnis dieser Studie nicht irgendwelche einzelnen, sondern alle in der Gesellschaft schuld sind".

Passend dazu entwarf in seinem 33. Dienstjahr bei der Schwarzen Elf Alois Warmuth einen Orden, der den "Schiefen Turm von Pisa" zeigt. An dessen Fuß warten die "Bremer Stadtmusikanten", während ganz oben die weiß-blaue bayerische Fahne weht; - mit ihr die Flagge eines Bundeslandes, das im Vergleich zu anderen sich unter den besten der "Pisa-Studie" fand.

Irgendwo in öffentlichen Einrichtungen, sei es im Krankenhaus, bei der Polizei oder im Rathaus, fand man bisher die "Faschingsmuffel". Was also liegt näher, als sie diesmal "in die Schule" zu schicken. Ihr Publikum werden sie von hier aus gleich mit erziehen, wobei allerdings noch offen ist, ob dies mittels Abfrage von Faschings-Vokabeln oder durch Erteilen von Sitzungs-Aufgaben geschieht.

Mit seinen inzwischen 20 Jahren nicht mehr ganz in der Phase der Erziehung, aber doch immer noch in Ausbildung, befindet sich Fabian Wahler. Aus dem Leben eines "Studenten" wird er deshalb berichten, der seinen Unterhalt selbst zu verdienen hat: Morgens die Zeitung austragen, mittags kehren, abends bedienen und nachts Taxi fahren... - Wir wissen nicht, wie lange die Freundin ein solches Leben mitmacht; fest steht aber, dass sich "Paparazzo" Helmuth Backhaus auch in der kommenden Session wieder für die Schwarze Elf auf die Lauer legt. Alles, was so schnell nicht vergessen wird, will er dabei beleuchten, wirft einen Blick zurück auf die Fußball-WM und die Bundestagswahl, auf die Münchner Bayern oder auch das Elbe-Hochwasser.

Zumindest mit einem ihrer Lieder auf das Pisa-Thema eingehen wollen die fünf "Eintagsfliegen" alias die versammelte Familie Paul. Sophia Paul als angehende Realschul-Lehrerin und Matthias Paul als gestandener Berufsschul-Lehrer werden da sicherlich ihre Erfahrungen einzubringen haben. - Nicht nur innerhalb dieser Truppe, sondern zusätzlich auch wieder mit einem Solo-Auftritt, kommt Doris Paul auf die Bühne. Vielleicht in Anlehnung an die "Schweinfurter Wohlfühltage" begibt sie sich auf "Wellness-Kur", und noch ist es offen, ob dabei einmal mehr die Männerwelt ihr "Fett" abbekommt. Angestrebt sei aber, so Ludwig Paul, dass zumindest die Büttenrednerin selbst ihr Fett weg bekomme.

Mit einem neuen Faschings-Partner wird Doris Bretscher in Erscheinung treten, die bisher an der Seite von Thomas Spath "das Ehepaar" mimte. Als "Mutter und Sohn" kommt sie nun mit Oliver Friedrich daher, weshalb mit einer riesen Strapaze für alle Lachmuskeln zu rechnen ist; kein Wunder, angesichts eines "Urlaubs-Berichtes" von der "Costa Cordalis".

Wie immer in Schweinfurt und wie immer in der Handwerksrolle bleibt dagegen Adi Schön. Als Friseur will er die eine oder andere "Schön-Färberei" auf's Korn nehmen, so manche "Rasur" durchführen und sogar erklären, wie aus grünen Haaren plötzlich schwarze werden und umgekehrt. - Ob für grün, rot, schwarz oder gelb: Zahlreiche politische Seitenhiebe wird in seiner Solo-Rede sicherlich auch Peter Kuhn wieder austeilen. Zum genauen Thema und zu der Figur, die er verkörpern wird, hat sich der Aktive bislang aber noch nicht geäußert.

Unter den Tanz-, Sport- und Show-Gruppen ist einmal mehr das "Männerballett" angesagt, bei dem sich diesmal alles um den Wiener Opernball dreht. Mit "Akrobatik aus dem Knast" wollen ihr Publikum die "Turner" unter Michael und Katharina Kitz beeindrucken, und mit einer völlig neuen Faschings-Choreographie wird die zum dritten Mal bei der Schwarzen Elf aktive "Dance-Floor-Destruction-Crew" überraschen. - Mindestens 50 Mitglieder kommen zum Beitrag der Turn- und Tanzgruppe auf die Bühne. Unter der Gesamt-Verantwortung von Ingrid Klier läuft dann eine Show ab, in der Kinder und Erwachsene zusammenwirken. Ein Schwenk über die verschiedensten Berufssparten soll dabei erfolgen, vom Maurer über die Kellnerin bis hin natürlich zum Lehrer.

Mit aktuellen Melodien werden schließlich die "Sunnyboys vom Baggersee" wieder den Kehraus der Sitzung übernehmen. Noch nicht verraten wollten sie allerdings, ob auch der "Ketchup-Song" blechbläserisch verarbeitet wurde. - Beim Garde- und Show-Tanz wurden für die wiederum neun Sitzungen der Schwarzen Elf auch neun verschiedene Gast-Gesellschaften verpflichtet; unter ihnen die Spitzen-Garden aus Roth und aus Waldbrunn, sowie von der "Nürnberger Luftflotte".

Zu den Prunksitzungen öffnet die Stadthalle am 24., 25., 26. und 31. Januar; des weiteren wird am 1., 2., 7., 8. und 9. Februar gespielt. An allen Freitagen und Samstagen beginnt das Programm um 20 Uhr, an den Sonntagen bereits um 18 Uhr. Karten gibt es ab sofort bei Gesellschaftspräsident Georg Hümpfer, Tel. und Fax.: 09721/45986. Die Karten kosten zwischen 10 und 15 Euro; verkleidete Besucher sind immer gern gesehen.

Quelle: "Schweinfurter Volkszeitung" vom 16.11.2002