Mit einem ausgezeichneten Programm begeisterte sie ein heiteres Volk im vollbesetzten Saal des Kolpinghauses
Dem Schweinfurter Fasching, nun schon bald auf dem Höhe- und Endpunkt angekommen, zollte auch die „Schwarze Elf“ der Kolpingsfamilie einen zünftigen, begeisternden Tribut. Die Sitzung, die am Sonntagabend mit Präzision eines Uhrwerks vor einem närrischen Volk im vollbesetzten Saal des Kolpinghauses abrollte, bot mit einer Parade ausgezeichneter Büttenredner und musikalischer Einlagen beste Unterhaltung, und einen gepfefferten Angriff auf alle jenen, die ihre Alltagslaune an „der Garderobe nicht abgegeben“ hatten.
Reinhold Vollmuth entführte als Spanier Zuschauer per Schlagertexte in den sonnigen Süden.
Walter Zänglein mit Ringelschwänzchen und Schweinsblase dekoriert, erzählte lachmuskelstrapazierend, was sich im Alltag des „Metzgermeisters Wolf“ alles ereignen kann.
Günter Ühlein und Otto Eglmeier als zwei Meckerer trafen oft ins Schwarze mit ihren Angriffen gegen den „häuslichen Herd“.
Erich Roos nahm mit Witz und Geist zur Zeitpolitik Stellung.
Philipp Müller kam lädiert vom Fußballplatz und erzählte, dass der nicht zu übersehende Verband von einem „Verbandsspiel“ herrühre.
Viel Freude Ober Häberle und Pfleiderer (Walter Zänglein und Reinhold Vollmuth), die beiden „Werbefunk-Spezialisten“.
Allein schon durch ihre Mimik überzeugte Alfred Godzik und Herbert Heidrich als „Antek und Franzek“ aus „Schlesien-Ober“.
Wie sehr sich die Menschen nur mit sich beschäftigen, bewies Günter Ühlein in seinen Ausführungen über etwas „sehr Hintergründiges“.
Stasi und Blasi ließen sich wieder über das Stadtgeschehen aus, genauso wie die beiden Junggesellen (Eberhard Roos und Volker Wagner).
Zum 33-jährigen Jubiläum der Schwarzen Elf im Jahre 1987 stiftete Peter Lehmann von sich aus einen Spiegelorden in Gold.
Die Vorstandschaft beschäftigte sich mit dieser von ihr nicht bestellten Auszeichnung und erkannte sie schließlich offiziell an.
Der Spiegelorden in Gold sollte zur Erinnerung an Walter Zänglein unregelmäßig für besondere Verdienste verliehen werden. Trotzdem gab es in der Folgezeit lediglich zwei Preisträger: Sepp Ehrlitzer und Hans Driesel.
Warum der Preis danach nicht weiter verliehen wurde, ist unklar. Heute wird er offiziell nicht mehr verliehen.
Weil man annahm, dass gerade bei der SKF Turn- und Tanzgruppe eine so hohe Fluktuation herrscht, dass die tanzenden Mädchen niemals auf elf Jahre Mitwirkung und somit auch nicht in den Genuss des Spiegelordens kommen, wurde für sie ab 1976 eine eigene Auszeichnung geschaffen. Die (bereits seit 1971) offizielle Fünf-Mark-Gedenkmünze „Albrecht Dürer“ wurde gerahmt und mit einer Kette versehen. Die Münze bekamen die Mädchen nach fünf Jahren aktiver Mitwirkung überreicht. Der Orden wurde nicht mehr verliehen, als es die Gedenkmünzen nicht mehr zu kaufen gab.