Gisela Mack †

Manfred Stark

Gisela Mack, die agile, lebensfrohe und auf vielen Feldern engagierte Frau, ist tot. Sie starb am 31. August im Alter von 78 Jahren.

Man kannte sie als Lektorin der St. Michaels Kirche, sie stand ihre Frau als Vorsitzende der Kolpingfamilie Schweinfurt, war Mitbegründerin und jahrzehntelange Leiterin der Gruppe 55-plus, Herz und Seele der Seniorenarbeit bei Kolping und vieles mehr. Unvergessen auch ihre Auftritte bei der Hans Sachs Gruppe Schweinfurt. Hier war Gisela Mack als Darstellerin resoluter Weibsbilder geradezu abonniert.

Sie gab auch im örtlichen Karneval ihr Gastspiel. Wenige Jahre nach der Gründung der Schwarzen Elf erkannten die damals Verantwortlichen ihr rhetorisches Talent. Damit zählt sie zu den ersten Büttenrednerinnen der damals noch jungen fränkischen Karnevalsszene.

Gisela Mack war eine Frau der Bühne, aber auch eine Frau, die im Hintergrund wirkte. So, wenn sie zum Beispiel Jahr für Jahr – unterstützt von ihrem Mann – die Alten und Ältesten der Kolpingfamilie besuchte, auch Menschen, die nicht mehr in der Lage waren, sich außerhalb ihres häuslichen Lebensbereiches zu bewegen.

1941 in Ostpreußen als Gisela Lehmann geboren, kam sie als Vierjährige nach Schweinfurt. Hier wuchs sie auf, trat ihre erste Arbeitsstelle im damaligen Büro des Katholischen Volksbundes an, war Dreh- und Angelpunkt aller katholischen und sonstigen „schwarzen“ Aktivitäten. In Schweinfurt lernte sie ihren späteren Ehemann Rudolf kennen. Nach der Heirat 1966, führte der Berufsweg ihres Mannes nach Frankfurt, Berlin, Freiburg und 1977 wieder zurück nach Schweinfurt. Gewissermaßen „unterwegs“ waren die Töchter Annette, Christine und Eva Maria zur Welt gekommen. Schwiegersöhne und Enkel ließen nicht auf sich warten.

Ihre Kraft schöpfte Gisela Mack aus der Familie, und aus ihrem Glauben. Der Kirche war sie mit dem Herzen, aber auch einem kritischen Geist zugetan und so war es nur eine Frage der Zeit, dass sie sich auch in St. Michael, der rührigen „Michaelswerkstatt“ Roland Breitenbachs, einbrachte.


Hans Driesel