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„Der hat sein Leben am besten verbracht,
der die meisten Menschen hat froh gemacht.”

Jedes Jahr zur Mitte der
Faschingssession treffen sich die Aktiven am Grabe Walter Zängleins, um allen
Verstorbenen der Gemeinschaft zu gedenken. Ein kurzes Innehalten in der
Meditation, im Gebet soll das Gedenken wach halten und den Blick gerade richten für
die wahrhaft wichtigen Dinge des Lebens. Die diesjährige kurze Andacht sei hier
im Wortlaut wiedergegeben.
Totengedenken 2011
Froh und glücklich machen, trösten und erfreuen, ist im Grunde doch das
Glücklichste und Beste, das der Mensch auf dieser Welt ausrichten kann.
Adolph Kolping
Ein Stück von dem, was Adolph Kolping mit den ihm eigenen, etwas holprigen
Worten beschreibt, dürfen wir dieser Tage erleben. Jeden Abend bei unseren
Sitzungen stellen wir fest, wie nach und nach die Menschen ihre noch
mitgebrachten Sorgen des Alltags vergessen, wie sie mehr und mehr loslassen und
sich einem herzhaften, fröhlichen erfreuten Lachen hingeben.
Lachen verbindet
Wenn Fremde sich in einem Lachen begegnen, wenn auch keiner des anderen
Sprache spricht, so können sie doch gemeinsam über das gleiche Lachen
Lachen vereint
Gemeinsames Lachen ist ein Gemeinschaftserlebnis der besten Art, es wird zu
einer gemeinsamen Sache all derer, die sich über etwas freuen, es schafft
Gemeinschaft
Lachen stellt blos
Oft ist es das gemeinsame Lachen, das bisweilen die Belanglosigkeit und
Nichtigkeit von Dingen blos stellt, denen wir viel zu viel Bedeutung beigemessen
haben
Lachen versöhnt
In einem gemeinsamen Lachen fällt es uns leichter den ersten Schritt auf dem
Wege einer Versöhnung zu gehen, lächelnd zurückzutreten von festgefahrenen
Standpunkt
Das Lachen scheint uns ein klein wenig, wie ein winziges Mosaiksteinchen, zu
zeigen wie es in einer Welt nach dem Tod aussehen könnte, ein Stück positiv
gleichmachendes das Grenzen verwischt und Frieden schafft.
Aber es ist uns nicht immer zum Lachen.
Es gibt Momente, da wird es kalt, auch wenn die Sonne scheint, eisige Kälte
die uns ergreift, wo uns das Lachen erstirbt.
Wenn gute Freunde uns verlassen,
Froh und glücklich machen, trösten und erfreuen, ist im Grunde doch das
Glücklichste und Beste, das der Mensch auf dieser Welt ausrichten kann.
In diesem Jahr besonders gefordert als Tröster beim Tod unserer Freunde Rolf
Rüger und Wolfgang Lieblein, Martin Weber und unseres Ehrensenator Fritz
Hermann.
Sie alle haben, jeder auf seine Weise und mit ihren ihnen zur Verfügung
stehenden Mitteln mitgeholfen, Lachen zu schenken, Mosaiksteinchen der Freude in
Lebensbilder zu setzen.
Es gibt Momente, da wird es kalt, auch wenn die Sonne scheint
Für uns ist es Kälte, eisige Kälte trotz Sonnenschein. Sie haben die Kälte
überwunden. Ihre Welt ist beseelt von ewigem Sonnenschein, von dem friedlichen,
glücklichen Zusammensein, das wir uns Mitmenschen nur stückchenweise zu geben
vermögen weil wir uns zu sehr von oberflächlichen Dingen ablenken und
vereinnahmen lassen.
So können uns diese Minuten des Nachdenkens in zweierlei Hinsicht helfen. Zum
einen erfüllen wir unser gern gegebenes Versprechen das Gedenken unserer
Verstorbenen Mitstreiter, deren wir uns gerne erinnern zu wahren. Zum anderen
können wir für uns, für unser tägliches Miteinander daraus lernen und mitnehmen
was Adolph Kolping uns gesagt hat:
Froh und glücklich machen, trösten und erfreuen, ist im Grunde doch das
Glücklichste und Beste, das der Mensch auf dieser Welt ausrichten kann.
In dieser Zuversicht beten wir: Vater unser...
Totengedenken 2009
Oft geht es uns so, dass man während oder nach der Saison sagt, dies hätte
man tun können, das wäre gut gewesen, jenes hätte gepasst. Aber es macht nichts,
nächstes Jahr ist auch noch eine Kampagne, man kann es ja dann noch nachholen,
auch dann noch ausprobieren.
Mit den Menschen ist es anders. Wenn wir eine Freundin, einen Freund einen
Mitstreiter verlieren, dann haben wir nicht mehr die Möglichkeit etwas
nachzuholen.
Eine gutes Wort für ihre Leistungen …
Eine Anerkennung für sein Bemühen…
Eine Geste des Entgegenkommens in einem Streit….
Ein Zeichen der Versöhnung wo tiefe Gräben sind…..
Warum tun wir es nicht einfach, warum ist es für uns Menschen so schwer den
ersten Schritt zu gehen ? Warum rufen wir dies alles erst „nach", wenn wir am
Grab stehen ? Warum erst, wenn der oder die andere sich bereits dort befindet,
wo unsere menschlichen Regeln außer Kraft gesetzt sind, wo sie oder er längst
diese Größe erreicht haben, der wir hier auf Erden so unzulänglich
hinterherstolpern?
Vielleicht ist es gerade dieses , was uns beim Gedenken an unsere
Verstorbenen bewusst werden soll. Vielleicht ist es am Ende gar nicht so, dass
wir hier für die Verstorbenen etwas tun, sondern dass sie uns, den Lebenden,
hier die viel größere Botschaft zu geben haben als wir Ihnen je hinterherrufen
können.
Lieber Gott…
Nicht immer herrscht Freude
- Manchmal will uns die Traurigkeit erdrücken
Nicht immer herrscht Freundschaft
- Manchmal hat uns die Gleichgültigkeit im Griff
Nicht immer tun wir das Richtige
- Manchmal lassen wir das Nötige unbeachtet liegen
Wäre es nicht das beste Totengedenken,
wenn wir das, was wir Ihnen nicht mehr geben konnten anderen zuteil werden
lassen?
Wäre es nicht die beste Ehrung der Toten,
wenn wir das Gute, was wir bei Ihnen versäumt haben, bei der nächsten
Gelegenheit nachholen?
Wäre es nicht die größte Anerkennung für unsere Verstorbenen,
wenn wir die kleinen Gesten der Versöhnung, auf Erden, bei den Lebenden,
praktizieren?
Wie mehr könnten wir sie Ehren, als durch die ersten Schritte, die wir
anderen entgegengehen, weil bei Ihrem weggehen uns so viel Versäumtes bewusst
wurde?
Vielleicht ist es nur ein Traum, vielleicht sind es nur die Frühe der Stunde,
die Kürze des Schlafes, die einem auf solche Gedanken bringen, vielleicht ist es
nur ein Traum?
Im Gedicht heißt es:
Solange wir Träume haben,
leben wir.
Solange wir leben,
geben uns Träume Hoffnung.
Solange es Hoffnung gibt,
haben wir keine Angst
vor der Zukunft.
Die Zukunft liegt in
unseren Händen.
Träumen wir sie nicht nur,
sondern erleben wir sie.
© 2000 Petra Heierhoff
Nicht wo der Himmel ist, ist Gott, sondern wo Gott ist, ist der Himmel,
So wollen wir gemeinsam für unsere Gemeinschaft, die Gemeinschaft der
Lebenden und Verstorbenen beten:
Vater unser…..
Totengedenken 2008
Was dich im Nachhinein quält
Laß es sein.
Was du sein willst
Liegt vor dir.
(Theresia Hauser)
Wir sind auch heute wieder zusammengekommen um einen Moment innezuhalten, um
außerhalb des Trubels der uns unweigerlich in dieser Zeit umgibt derer aus
unserer Gemeinschaft zu gedenken, die uns in unserem Lebensweg vorausgegangen
sind. Ich finde es auch schön und angemessen, in welcher Form wir dies tun. Ohne
den Pomp des Faschings, ohne das Laute, ohne dass irgendwer im Vordergrund steht
oder sich in den Vordergrund stellt. Am Ende, irgendwann, werden wir, wie unsere
Freunde derer wir gedenken, nichts mitnehmen von all den Äußerlichkeiten, doch
trotzdem werden wir etwas dabei haben, das uns an diese Zeit erinnert. Die
vielen guten Freundschaften in unserer Gemeinschaft, das Bewusstsein, vielen
Freude bereitet zu haben. Der heilige Augustinus hat es einmal so gesagt:
Die Seele nährt sich von dem woran sie sich freut
Jemandem tiefe, wahrhaftige Freude zu bereiten, Nahrung für die Seele zu
sein, was kann es schöneres geben ? Unsere Freundinnen und Freunde an die wir
uns in diesem Moment erinnern, haben hierzu ihren Teil beigetragen, jeder und
jede an ihrem Platz. Das muss nicht auf der Bühne sein. Eine helfende Hand, wenn
die Arbeit ruft, ein ausgleichendes Wesen, wenn Streit eine Freundschaft
bedroht, ein unterstützendes Gespräch, wenn die Belastung droht einem zu
erdrücken.
Nahrung für die Seele kann so vielfältig und abwechslungsreich sein wie
Nahrung für unseren Körper, Nahrung für die Seele tritt in so vielen Varianten
auf, wie die dicksten Kochbücher sie nicht beschreiben können.
So richten wir uns heute mit unserem Gebet und unseren guten Wünschen an die
Seelen unserer verstorbenen, in der Gewissheit, dass etwas bleibt von dem was
Freude und Freundschaft ausmacht, dass es auch, in welcher Form auch immer,
Verbindungen über den Tod hinaus gibt, die sich gegenseitig Nahrung sein können.
So wollen wir mit den Segensworten aus dem heutigen Gottesdienst von Roland
und Stefan wünschen und beten in der Gemeinschaft der hier und dort Lebenden:
Der Ruf Gottes komme dir heute entgegen: in einem Lächeln, in einem guten
Wort, in einem ermutigendem Blick, in einer hilfreichen Hand, in einer
liebevollen Umarmung, in einem tiefen Schweigen.
Vater unser...
Totengedenken 2007
„Sie oder Er ist mit
Herzblut dabei“ ein Ausspruch den man immer dann hört,
wenn jemand mehr gibt als man als reine Arbeitsleistung
erwarten würde. Das nüchterne Maß dessen, was zu leisten
ist wird übertroffen, nicht messbar, aber fühlbar. Herzblut
wird nicht gemessen, entweder man spürt es oder nicht,
es gibt hier kein dazwischen. Gerade in unserer Gemeinschaft
meine ich dieses Herzblut sehr oft zu verspüren. Einsatz
nicht nur mit den Händen, Einsatz mit dem Herzen. Einsatz
der freiwillig gegeben wird, der auf keiner Schuldentafel
steht, Einsatz der keine Pflicht ist, aber trotzdem
Jahr für Jahr vorbehaltlos gegeben wird. Freundschaften
die bestehen, nicht weil man sich mit langen, floskelhaften
Worten der Treue und Freundschaft verpflichtet, sondern
weil man sich ohne Worte so gut versteht, weil die Wellenlänge
passt, ohne dass es eines äußeren Zwanges bedarf.
Die Signale des Herzens
schlagen im gleichen Rhythmus, das Gesamte, die Gesamtheit
unserer Gemeinschaft ist mehr als die sachliche Summe
der Einzelheiten, der Einzelkräfte, der einzelnen Taten.
Vom Fußball her ist bekannt, dass eine Ansammlung von
Stars noch keine Mannschaft bildet. Erst das Team, der
Teamgeist macht den Erfolg aus.
Wir haben Teamgeist,
wir haben Herzblut.
Ähnlich haben Roland
und Stefan es in einem ihrer letzten Sonntagsgottesdienste
in der Meditation mit den Worten Laotses sehr treffend
wiedergegeben:
Pflicht ohne Liebe macht
verdrossen, Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig, Erziehung
ohne Liebe macht eng, Klugheit ohne Liebe macht gerissen, Verantwortung
ohne Liebe macht einseitig, Gerechtigkeit ohne Liebe
macht hart, Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch, Ordnung
ohne Liebe macht kleinlich, Sachkenntnis ohne Liebe
macht rechthaberisch, Macht ohne Liebe macht gewalttätig, Ehre
ohne Liebe macht gierig, Besitz ohne Liebe macht
geizig, Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
Gerade weil wir die Liebe,
weil wir das Herzblut, weil wir den Teamgeist haben,
trifft es uns auch schwer, wenn jemand aus dieser Gemeinschaft
uns verlassen muss. Im letzten Jahr waren dies unsere
Mutter Luise Paul und der erst letzte Woche verabschiedete
Josef Kronewald. Sie haben uns verlassen und sind einen
Weg gegangen, von dem wir zwar überzeugt sind, dass
er ins Gute, ins Licht führt, von dem wir aber auch
wissen, dass wir ihnen nicht folgen können. Wir müssen
sie dorthin alleine entlassen. Was wir aber tun können
ist beten. Zum Beispiel in Form dieses alten irischen
Segenswunsches:
Den tiefen Frieden Im
Rauschen der Wellen wünsche ich Dir Den tiefen Frieden Im
schmeichelnden Wind wünsche ich Dir Den tiefen Frieden Über
dem stillen Land wünsche ich Dir Den tiefen Frieden Unter
den leuchtenden Sternen wünsche ich Dir Den tiefen
Frieden Vom Sohne des Friedens wünsche ich Dir
So wollen wir in der
Gewissheit, dass unsere Bitte, unser Segen, die Verstorbenen
erreicht gemeinsam beten:
Vater unser...
Totengedenken 2006
Wie jedes Jahr haben
wir uns hier versammelt, um unserer Toten zu Gedenken.
Der raue Wind, die Kargheit des Winters und die, zumindest
für uns in der Faschingszeit, frühe Stunde, lassen jeden
von sich aus nachdenklich und in sich gekehrt werden.
Diese Minuten des Gedenkens
stehen im krassen Gegensatz zu dem lustigen, lauten
Treiben, das wir aus den letzten Tagen gewohnt sind.
Aber gerade dies ist
das Gute daran: Mitten im Trubel die nachdenkliche Zeit,
mitten im Lärm die Auszeit der Stille, mitten im oft
oberflächlichen Treiben die Tiefe der Gedanken.
Ich denke, es ist gut
so, dass wir diesen Zeitpunkt gewählt haben und nicht
einen, der besser „passen“ könnte. Denn auch unsere
Verstorbenen hatten nicht die Wahl des anscheinend passenden
Augenblicks. Gerade im letzten Jahr mussten wir dies
schmerzhaft erfahren. Und doch sehen wir als Christen
auch dies vielleicht mit etwas anderen Augen.
Hannelore Frank drückt
es so aus:
Hoffnung- Das
Vertrauen, dass noch etwas kommt, fast gegen die
Vernunft und sämtliche Erfahrung.
Hoffnung- Das
Vertrauen, dass Gott handeln wird Und uns nicht aufgibt, nicht
einmal im Augenblick des Todes. Wenn es einen Grund
gibt, fröhlich jeden Tag zu leben - leichten oder
schweren Tag, gleichviel -, dann diese Hoffnung. Eine
andere kenne ich nicht.
Ossi Osmanovic, Luba
Kirici, Hubert Kirchner, Thomas Freckmann, Christian
Kämpf.
Den Verstorbenen des
letzten Jahres wollen wir besonders gedenken. Wir erinnern
uns an sie, an ihre Herzlichkeit mit der sie uns begegneten;
an ihre Gewogenheit, mit der sie uns beschenkten; an
ihre Freudigkeit die sie auf uns übertrugen. Es sind
selten die großen Taten, die uns in Erinnerung bleiben,
sondern die Begegnungen im Kleinen.
Martin Buber sagt: „Hier
wo wir stehen gilt es, das verborgene göttliche Leben
aufleuchten zu lassen.“
Jeder war an seinem Platze
für uns von Bedeutung, in vielen kleinen Dingen konnte
man das göttliche Leben aufleuchten sehen. In dieser,
auch über den Tod hinausgehenden dankbaren Verbundenheit,
beten wir nun für alle unsere Verstorbenen, gemeinsam:
Vater unser...
Totengedenken 2004
„Der hat sein Leben am
besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh
gemacht.“
Es ist normal und nicht
ungewöhnlich, dass wir, noch dazu in dieser Jahreszeit,
dabei eigentlich nur an den Fasching denken. Richtig
ist es natürlich, denn unser Fasching, er soll den Menschen
Freude, er soll sie ein Stück froh machen. Vergessen
sollten wir dabei aber nicht, dass dies nicht nur im
Fasching, nicht nur mit dem Bühnenerfolg zu machen ist.
Menschen froh machen können wir auch innerhalb unserer
Gemeinschaft, ohne dass wir auf der Bühne stehen, ohne
dass wir den Bühnenerfolg an die oberste Stelle rücken.
Oft können wir das eher durch das Gegenteil erreichen,
nämlich gerade dass wir zugunsten eines Menschen auf
den großen Erfolg verzichten, dass wir Schwächen akzeptieren
und manchmal auch bewusst in Kauf nehmen, weil wir dadurch
einen Menschen froh machen. Weil sich dieser Mensch
freut dabei sein zu dürfen, auch wenn er keine Höchstleistung
vollbringen kann.
Wir können Menschen froh
machen, indem wir uns nicht mit zwischenmenschlichen
Reibereien belästigen lassen, indem wir nachgeben, übersehen
und Unzulänglichkeiten verzeihen. Der Gewinn den wir
dabei erzielen ist um ein vielfaches höher als der,
den wir hätten, wenn wir aus einer Prinzipienreiterei
als vermeintlicher Sieger hervorgehen.
Wenn wir auf diese Art
und Weise vorgehen, wenn wir so Menschen froh machen,
im täglichen Umgang miteinander, dann ergibt sich vieles
wie von alleine, dann entsteht echte Gemeinschaft, dann
wächst Freundschaft.
Wir haben und hatten
in unserer Gemeinschaft beide Sorten von Frohmachern,
die auf der Bühne und auch die hinter der Bühne. Freunde
zu deren Gedenken wir heute morgen hierhergekommen sind,
um die Verstorbenen nicht zu vergessen, und um für uns
klar zu machen, dass es zwischen all dem vordergründigen
auch andere, wichtigere Dinge gibt.
Martin Luther hat gesagt: Glaube
ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes
Gnade, dass er tausendmal dafür sterben würde. Und solche
Zuversicht und Erkenntnis göttlicher Gnade macht fröhlich,
trotzig und lustig gegen(über) Gott und alle Kreaturen;
das wirkt der heilige Geist im Glauben.
Im Vertrauen auf diese
Gnade Gottes, auf das wirken des Geistes auch unter
uns beten wir:
Vater unser...
Totengedenken 2003
Wir sind heute hier,
um nach gutem Brauch, während der Faschingskampagne,
unserer verstorbenen Mitstreiter und Helfer zu gedenken.
Wie gesagt, nach gutem Brauch und nicht etwa aus Gewohnheit,
ein feiner, doch wichtiger Unterschied. Dabei soll niemand
besonders herausgehoben werden, keine Taten im besonderen
gewürdigt, werden, denn man würde den Verstorbenen schwerlich
gerecht werden können. Denn, die Auswahl der Personen,
die Auflistung der Leistungen, sie könnte nie richtig
und vollständig sein, denn mehr als in jedem anderen
Verein wird bei uns Arbeit im Stillen, im Hintergrund
gemacht, ohne großes Aufhebens, vieles ohne dass je
ein anderer davon erfährt.
Deshalb wollen wir im
Gedenken an die Toten nicht für die Einzelleistung danken,
sondern für den Geist, den sie uns vermittelt haben,
der unsere Gemeinschaft prägt. Den Geist der Freude
am Freude bereiten, dem Geist des Einsatzes für die
Sache und dem Geist der Freundschaft und des Zusammenhalts.
Schwarze Elf ist mehr
als ein Verein, es ist eine Einstellung.
Diese haben unsere Verstorbenen
mitgeprägt oder zumindest mitgetragen, das eine so wichtig
wie das andere, jeder wie es ihm seine ihm mitgegebenen
Fähigkeiten gestatteten. So stehen wir hier, um daran,
und unserer Verstorbenen zu gedenken.
Ich denke hier besonders
an Herbert Heidrich, der uns im letzten Jahr verlassen
hat. Beim Besuch zu seinem 70. Geburtstag war dieser
Geist deutlich zu spüren. Ohne dass man je zusammen
mit ihm auf der Bühne, oder sonstige Dinge gemeinsam
gemacht hätte, fühlte man sich einig, zusammengehörig,
als hätte man all die Zeit gemeinsam erlebt.
Wir dürfen dabei ruhig
ernst sein. Wir müssen nicht zwanghaft lustig sein.
Wir sind zwar eine Spaß machende, jedoch keine „Spaßgesellschaft“.
Nur wer traurig sein
kann. Kann auch lachen, nur wer Trauer fühlt kann auch
Freude empfinden. Nur mit Gefühl, mit Fühlsamkeit,
werden wir andere verstehen.
So dürfen wir guten Gewissens
hier stehen, um in der kalten Winterluft, in der kargen
Landschaft unsere Gedanken zu ordnen, eingedenk unseres
daseins, um im Vertrauen auf Gott zu beten:
Vater unser...
Totengedenken 2002
Wie seit bereits vielen Jahren sind wir auch
heute zusammen gekommen, um derer zu gedenken, die vor uns den Weg ins Reich
Gottes gegangen sind, die, wie wir jetzt, ihren festen Platz in unserer
Gemeinschaft hatten, nun aber von Gott abberufen sind.
Die Einfachheit, die Schlichtheit der Umgebung im
Winter, reduziert auf das karge Notwendige, kann für uns Symbol und Anlass sein
uns daran zu erinnern, aus welchem Geist wir leben, aus welchem Geist auch
unsere Gemeinschaft leben sollte.
Nicht das Laute, das Vordergründige sollte
zählen, sondern der tiefere Zusammenhalt durch Freundschaft,
die hilft,
die vertraut,
die verzeiht und
die den anderen so annimmt, wie er ist.
Dieser von Gott gegebene und von Jesus Christus
vorgelebte Geist des guten Miteinanders, er ist es, der uns in der Gegenwart, im
Leben verbinden sollte, er ist es auch, der uns die Verbindung zu unseren Toten
schafft, der uns ihrer alljährlich gedenken lässt.
So beten wir voller Hoffnung:
Gott du bist es auf den wir unsere Hoffnung
setzen. Du hast durch Leben, Tod und Auferstehung deines Sohnes die Welt
erneuert. Von daher bekommt unser Leben Sinn und Richtung. So erwarten wir für
uns und unsere Verstorbenen Vergebung, Heil und künftige Herrlichkeit. Hilf uns
in dieser Hoffnung zu leben.
So wollen wir zum Schluss gemeinsam beten:
Vater unser...
Totengedenken 2000
Wenn ein Mitglied eines
Vereins oder einer Gemeinschaft verstirbt, dann ist
oft der Satz zu lesen oder zu hören:"Wir werden
ihm ein ehrendes Andenken bewahren". Ich möchte
nicht in Frage stellen, dass dies nicht ehrlichen Herzens
auch so gemeint ist, aber der Alltag, das Zurückfallen
in die Routinen, das sogenannte "The Show must
go on" verdrängt oft die ehrlich gemeinten Wünsche.
Ich bin deshalb froh,
dass wir in unserer Gemeinschaft mit dem Besuch am Grabe
Walter Zängleins ein Ritual, einen Brauch, einen guten
Brauch gegen das Vergessen gefunden haben. Es geht dabei
nicht um Glorifizierung und es geht nicht darum in der
Vergangenheit festzuhängen. Es geht bei unserem morgendlichen
Gedenken einfach um die schlichte Erfüllung des ehrlichen
Herzens gesprochenen Satzes "Wir werden Ihnen ein
ehrendes Andenken bewahren".
So wollen wir dankbar
all jener aus unserer Gemeinschaft gedenken, die in
Frieden von uns gegangen sind. Vorbilder, Freunde, Bekannte,
vielleicht auch nur Namen, von denen wir aber sicher
wissen, dass jeder seinen ihm möglichen Teil dazu beigetragen
hat, anderen eine Freude zu bereiten, anderen die Kraft
eines glücklichen Momentes zu schenken.
So wollen wir im Vertrauen
auf Gott und unseren christlichen Glauben, gemeinsam
für und mit unseren Verstorbenen beten:
Vater unser...
Andacht am Grab von Walter Zänglein
in Oberwerrn
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